Eugen Dühring: Die GRÖSSEN der modernen Literatur Band 1 – populär und kritisch nach neuen Gesichtspunkten dargestellt
23,50 €
324 Seiten, gebunden, Faksimile der 1910 erschienen 2. Auflage, Viöl 2000
Produktbeschreibung
„Goethe ein Genie – Bürger unterschätzt? Ein Literaturkritiker stellt die Großen in Frage.“
Wie groß sind die Großen der Literatur wirklich?
Eugen Dühring – Die Größen der modernen Literatur
Populär und kritisch nach neuen Gesichtspunkten dargestellt
Erste Abteilung
Shakespeare, Voltaire, Goethe und Bürger – berühmte Namen auf dem Prüfstand
Warum werden manche Schriftsteller seit Jahrhunderten verehrt, während andere beinahe in Vergessenheit geraten? Wer entscheidet über dichterische Größe? Und wieviel von unserem Urteil beruht auf wirklicher Kenntnis der Werke – wieviel auf Gewohnheit, überliefertem Ruhm und gesellschaftlichem Ansehen?
Mit diesen Fragen führt Eugen Dühring seine Leser mitten hinein in die Welt der europäischen Literaturgeschichte.
Doch wer eine ehrfürchtige Würdigung berühmter Dichter erwartet, erlebt eine Überraschung.
Dühring bewundert nicht einfach – er hinterfragt, widerspricht und urteilt.
Mit bemerkenswerter Streitlust untersucht er die schöpferische Kraft Shakespeares, den kritischen Geist Voltaires und die literarische Bedeutung Goethes. Besonders leidenschaftlich widmet er sich dem deutschen Dichter Gottfried August Bürger, dessen dichterisches und menschliches Ansehen er gegen die überlieferten Wertungen verteidigt.
Dabei stellt Dühring Fragen, die weit über die Literaturgeschichte hinausreichen:
- Ist dichterischer Ruhm immer verdient?
- Können persönliche Interessen und gesellschaftliche Stellung das Urteil über große Werke beeinflussen?
- Was unterscheidet echte schöpferische Kraft von bloßer Nachahmung?
- Welche Rolle spielen Freiheit, Liebe, Charakter und menschliche Erfahrung in der Dichtung?
- Warum geraten manche bedeutenden Leistungen in den Schatten berühmterer Zeitgenossen?
Ein ungewöhnlicher Blick auf Goethe und Bürger
Besonders eindrucksvoll ist Dührings Gegenüberstellung von Goethe und Bürger.
Während Goethe zu den unbestrittenen Größen der deutschen Literatur zählt, zeichnet Dühring ein ausgesprochen kritisches Bild seiner Persönlichkeit und dichterischen Haltung. Demgegenüber hebt er Bürgers Natürlichkeit, Leidenschaft und unmittelbare Ausdruckskraft hervor.
Seine Urteile sind mitunter scharf, provokant und keineswegs unumstritten. Doch gerade diese Gegensätze machen das Werk zu einer ungewöhnlichen Lektüre.
Der Leser wird nicht aufgefordert, Dühring recht zu geben – sondern sich ein eigenes Urteil zu bilden.
Literaturgeschichte als Geschichte geistiger Auseinandersetzungen
Das Buch führt von den literarischen Überlieferungen früherer Jahrhunderte über die Wiederentdeckung Shakespeares bis zu den geistigen Umbrüchen des 18. Jahrhunderts.
Dabei wird deutlich, wie eng Literatur mit gesellschaftlichen Vorstellungen, philosophischen Strömungen, religiösen Konflikten und persönlichen Lebenswegen verbunden ist.
Dichtung erscheint hier nicht als bloße Sammlung schöner Worte, sondern als Ausdruck menschlicher Leidenschaften, Überzeugungen und Kämpfe.
Ein streitbares Werk, das zum Weiterdenken einlädt
Die Größen der modernen Literatur ist keine gewöhnliche Einführung und kein neutraler Überblick. Es ist ein historisches Werk mit einer unverwechselbaren, oftmals polemischen Stimme.
Dührings Urteile spiegeln auch die Vorurteile und geistigen Auseinandersetzungen seiner Zeit wider. Das Werk enthält unter anderem antisemitische Aussagen, die kritisch einzuordnen sind.
Für Leser, die sich mit der Geschichte literarischer Wertungen beschäftigen möchten, eröffnet es dennoch eine interessante Perspektive auf die Frage, wie kultureller Ruhm entsteht, verteidigt und angefochten wird.
Ein Buch für alle, die große Literatur nicht nur bewundern, sondern auch hinterfragen möchten.
Entdecken Sie eine ungewöhnliche Stimme der historischen Literaturkritik – und betrachten Sie bekannte Namen aus einem anderen Blickwinkel.
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